 | ARTIFICIAL SUPERSTITION / PHONODOPE / ANAM CARA / TIM FREITAG

Gitarrenmusik den ganzen Abend. Seid gefasst auf eine wuchtige Portion Rock!
ARTIFICIAL SUPERSTITION (Experimental Rock)
Zurück in die Zukunft
Ohne sich versklavend in einem stilistischen Wirr-Warr zu verlieren, ohne aber auch verstaubt oder wiederum zwanghaft hyperkreativ tönen zu wollen schafft es die junge Schweizer Kapelle „Artificial Superstition“ sich auf das Wesentliche der Musik zu besinnen und trotzdem neue Wege zu gehen. In ihrer Musik geht es darum, Emotionen zu transportieren, einen Funken springen zu lassen, ein Ohr zu fesseln und mitzureissen, zu entführen…, in Abgründe, in Höhenflüge, in Klangbäder, in Maschinerien, ins wunderschöne Dickicht des musikalischen Djungels.
Die fünf Bandmitglieder haben sich in folgendem Instrumentarium zusammengeschlossen: 2x Bass, 1x Schlagzeug, 2x Gitarre und das jeweils verbunden mit Gesang, Percussion, Synthesizer-Elektronik aber auch Human-Beatbox. Obwohl klassische Songstrukturen die Basis bilden, werden deren einengende Elemente wie eine Kokosnuss über den Särgen ihrer Gründerväter zerbrochen und der herausströmende Saft lässt die Trinkenden sich in einer rauschenden Orgie der Klangschaften wiederfinden. In den Songs, die durchs Band die gängigen drei Minuten übersteigen, passiert etwas: Einem fein strukturierten Aufbau wird hohen Respekt gezollt, dem Ohr wird schmackhaft gemacht, den Weg in den tiefen Wald ohne das Streuen von Brotkrümmel zu folgen. Das Ohr hört sich ein, lullt sich ein, schwebt mit und folgt. Plötzlich öffnet sich ein Wurmloch und eine neue Ebene tritt in Erscheinung, der Horizont geht jedoch nicht verloren, das Ohr folgt und reist mit, wird gefordert, gefickt und reich beschenkt. Es findet sich am Schluss wieder am Anfang, eventuell verwirrt doch reicher. Zurück in der Zukunft. „Artificial Superstition“ machen neue Musik, die entfesselt und entschubladisiert ist… eigentlich einfach Musik. Echte Musik.
www.artificialsuperstition.com
PHONODOPE (Harmonischer, durchdachter Gebüschsound)
Das Sechsergespann von Phonodope zieht ihren Karren souverän durch Zeit und Raum. Frischer Gitarrenrock, rhythmisch vertrackte Zwischenteile und Popmelodien wechseln sich ab mit eigenständigen Interpretationen von Italo-Folk bis hin zu Reggae. Ohne die Verspieltheit über Bord zu werfen zieht Phonodope eine breite Linie und verbindet diese Elemente zu reinem Koks fürs Ohr. Der neuste Shit aus New York, gemacht in St.Gallen.
www.phonodope.ch
ANAM CARA (Rock vom feinsten)
Anam Cara wurde im Winter 2006 von vier Freunden gegründet. Sie spielten eine Vielzahl von Konzerten, vorwiegend in der Ostschweiz, bis der Bassist 2009 für ein Jahr verreiste. Die Auflösung der Band schien damals unausweichlich, da keinerlei (würdiger) Ersatz zur Stelle war. Die Band konnte sich nach seiner Rückkehr wieder zusammenraufen; jedoch nur für kurze Zeit. Der Schlagzeuger verliess die Band und es wurde verzweifelt nach einer Nachfolge gesucht. 2011 wurde die Band fündig. Anam Cara spielt ausschliesslich Eigenkompositionen. Eine fixe Stilrichtung kann nicht festgelegt werden, jedoch stehen Rock, Funk und Grunge im Vordergrund. Die Band hat einen rauen, unvorhersehbaren Charakter der mitreisst und oft zur Nackenstarre führt.
TIM FREITAG
Zwar stehen sie im Frühling ihres Bandlebens, Tim Freitag bespielen jedoch vor allem Herbstliches: verwelkende Beziehungen, gebrochene Herzen, dunkle Wolken am Horizont. Wer von den Zürchern deswegen düsteren Vollbart-Folk erwartet, wird eines Lauteren belehrt; wenn Songs ruhig beginnen, dann nur, um dem späteren Saiten-Donnern mehr Anlauf zu lassen. Andere hingegen halten sich nicht lange mit einem Vorspiel auf, sondern gehen gleich über zu hüftbeschwingter Action, zu tanzbarer Gitarrenmusik, die ihre 60s-Wurzeln nicht verleugnet und modernem Indie-Rock die Hand reicht. Das gilt für die meisten Tracks des Männer-Quintetts, das erst Ende 2011 seine Konzert-Premiere in dieser Besetzung gab und seither Gig für Gig das hinbekommt, was vielen Schweizer Bands selten bis nie gelingt: ein fremdes Publikum trotz unbekannter Songs über die volle Showlänge unterhalten und begeistern zu können. Das liegt einerseits am charismatischen und mitunter exzentrischen Frontmann, andererseits an der beeindruckenden Menge Schweiss, die Tim Freitag auf der Bühne vergiessen. Das zeugt von Ehrlichkeit und Spielfreude, wirkt wie ein hochpotentes Aphrodisiakum und spült schlechte Laune und falsche Hemmungen gleich zu Beginn aus dem Club. Auch wenn die Musik einen Hauch Herbst in sich trägt, so passt Tim Freitags Pop’n’Roll problemlos zu den anderen drei Jahreszeiten und eignet sich nicht nur als Soundtrack für den namensgebenden Freitag, sondern kann, ach, sollte die ganze Woche durch bei voller Lautstärke gespielt werden.
www.timfreitag.com
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