VELVET TWO STRIPES (CH) / SAINT AGNES (GB)

Home  /  Alle  /  Bruchteil  /  Current Page

Gitarre, Bass, Drums, Vocals und Riffs – das Rezept ist alt wie der Mond, die Resultate klingen immer wieder frisch wie der erste Sonnenstrahl im Frühling. Jedenfalls in den rechten Händen. Velvet Two Stripes zum Beispiel.

 

Derweil andere Bands das Gefühl haben, sie müssten ihrem Rock einen Hauch Computer einverleiben, um Zeitgeist zu markieren, haben Velvet Two Stripes die Gegenrichtung eingeschlagen. Sie haben das elektronische Doping ganz aus ihrer Musik verbannt und rocken nun umso härter, lauter und schöner. Zu hören auf ihrem neuen Album, „Devil Dance“. Es erscheint am 8. Februar 2019.

Nun der zweite Albumwurf von Velvet Two Stripes. „Devil Dance“ enstand wiederum unter der Regie von Tim Tautorat im legendären Hansa-Studio in Berlin. Zehn Tage lang rockte man praktisch um die Uhr, wohnte in einer Wohnung im gleichen Gebäude, wo David Bowie einst „Heroes“ einspielte. Für die Aufnahmen der Instrumentaltracks sass die Band gesammelt im Studio und fetzte drauflos. Einige Parts wurden später mittels Overdubs hinzugefügt. Sophie Diggelmann steuerte die Texte bei: „Das Album dreht sich immer ungefähr um das gleiche Thema“, sagt sie: „Nämlich um die Sehnsucht nach mehr. Mehr Substanz. Mehr Hingabe. Mehr Erleben. Das Fernweh gehört ja irgendwie zum Kern der Schweizer Psyche. Überall wo man hinschaut steht einem ein Berg vor der Nase.“

Mit „Devil Dance“ haben Velvet Two Stripes einen Quantensprung vollbracht. Während der Sound nun ohne Zweifel rockiger und riffender daherkommt – „rockig und riffend“ etwa im Sinne von Rival Sons, einer Band, mit der Sara, Sophie und Franca auch schon eine Bühne geteilt haben -, sind die Lieder melodischer, die Arrangemente facettenreicher geworden. Der Glanzlichter gibt es viele. Nebst dem freudvollen Rock’n’Roll von „Gypsy“ oder „Somebody’s Fool“ zeigt das vertrackt synkopierte „Chicago Sun“ die Band von ihrer bittersüssen Seite. Auf das dunkel schöne „Lizard Queen“ folgt der grandiose Riff von „Madeline“. Das zeppelineske „Sister Mercy“ überrascht mit einem fernöstlich angehauchten Solo, den Schlusspunkt setzt der sehnsuchttriefende Mitternachts-Blues-Groove von „12 o’clock Burn“. Das sind allerdings bloss erste Eindrücke. „Devil Dance“ gehört zu den raren Alben, die bei jedem Durchgang neue, feine Details offenbaren.

 

SAINT AGNES (GB)

Saint Agnes spielen rauen, gradlinigen Rock, strickt analog aufgenommen und selbstproduziert. Das Quartett um Frontfrau Kitty Austen und Jon James Tufnell kommt aus London und wird nach ihrem bereits legendären Auftritt beim Clanx nun die Grabenhalle in ihren Grundmaueren erschüttern.


  • Details
  • Gallery
  • Tags
  • More
Impressum