Die Geschichte der Grabenhalle von Nanda Moghe 1 Einleitung Mit dieser Maturaarbeit möchte ich in die Vergangenheit der St. Galler Grabenhalle, einer für die St. Galler Kulturszene wichtigen Halle, zurückblicken. Dabei mache ich einen Sprung über 150 Jahre zurück, als das St. Galler Stadtbild noch ganz anders aussah und schildere im Hauptteil die kulturpolitische Entstehung der heutigen Aktionshalle. Ich möchte damit vor allem von vielen St. Gallern und St. Gallerinnen und Graben-hallenbenützern Vergessenes um die Grabenhalle wieder zum Vorschein bringen. Heute ist das Bestehen der Grabenhalle für deren Besucher selbstverständlich geworden und es fnden regelmässig lange Partys, experimentelle Theaterstücke oder vielfältige Konzerte statt. Das war vor 20 Jahren noch kein Normalzustand. Der Schwerpunkt der Arbeit konzentriert sich auf die Entstehungsgeschichte der Grabenhalle in den 80er-Jahren. In dieser Zeit führte die Stadt St. Gallen noch eine viel nüchternere, konservativere Kulturpolitik und liess damals so mancher neuartigen Idee und vielen unbekannten, zur traditionellen Kultur im Gegensatz stehenden Kulturschaffenden keinen Platz. Die Entstehung der Grabenhalle kann deshalb durchaus in Verbindung mit dem Geist der 80er-Jahre-Bewegung gesetzt werden, dessen zusätzliche Untersuchung aber den Rahmen dieser Arbeit übersteigen würde. Es könnten auch weitere Nachforschungen über die St. Galler Kulturpolitik, über die oft fragwürdige Verteilung der Kulturgelder oder über den kulturellen Wert und den gesellschaftlichen Stellenwert der Grabenhalle gemacht werden. Die Bearbeitung dieses Materials würde, nach meiner Einschätzung, eine weitere Maturaarbeit ergeben. Die Arbeit soll dem Leser einen historischen Überblick über die Grabenhalle verschaffen, der aus alten Zeitungsartikeln, Gemeinderatsbeschlüssen und Interviews mit Pius Frey und Markus Comba, jetzige und ehemalige Mitglieder der Interessengemeinschaft Grabenhalle seit deren Beginn, zusammengestellt ist. Die zahlreichen Zeitungsartikel verhalfen mir vor allem zu einem Überblick über die Geschehnisse, einige davon konnte ich auch im Text verarbeiten. In den Schriften der Stadt ( Gemeinderat, Stadtrat) fand ich präzise Angaben über die Halle und die unterschiedlichen Begehren der Stadt und der Interessengemeinschaft Grabenhalle. Dabei stiess ich auf Texte, die unter Datenschutz stehen, was sehr spannend war. In den Interviews konnte ich anstehende Fragen klären und bekam einen Überblick aus der Sicht früherer „Grabenhallen Aktivisten“. 2 Die Grabenhalle, bevor sie Aktionshalle wurde 2.1 Das Grabenschulhaus Heute kennen wir die Grabenhalle als kulturelle Aktionshalle, die meist für Konzert- und Party-Veranstaltungen dient, aber auch oft für Theater- und Tanzvorstellungen oder für Workshops, und die auch für Sitzungengenutzt wird. Dieses Gebäude am Unteren Graben steht schon lange da. Die meiste Zeit seines bisherigen Bestehens war es eine Turnhalle. Das „Grabenturnhaus“, wie die Halle damals genannt wurde, gehörte zum Grabenschulhaus, welches auf dem heutigen Parkplatz neben der Grabenhalle stand. Das Grabenschulhaus war Unterrichtsraum für die Primarschüler aus dem Bereich Zentrum. Es wurde als Knabenschule 1841 in Betrieb genommen. Als ältestes Schulhaus St. Gallens bot es während 130 Jahren jährlich 100 Schülern Platz, bis es im April 1971 abgebrochen wurde. Es war kein Platz mehr für das Schulhaus, weil es die Verkehrsfäche am Blumenbergplatz einengte. Man plante eine Verbreiterung der Strasse am Unteren Graben um die Verkehrsbelastung durch den Ost-Westverkehr, der jährlich ... » lesen Sie hier weiter (PDF, 1.7 MB) » Saitenbericht Grabenhalle (PDF, 4.9 MB) |
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